Bildung, Sprache, Mündlichkeit: Erfolgreiche Bildungskonferenz im QBZ Morgenland

Fachtag für Fachkräfte aus der Bildungslandschaft mit 130 Teilnehmern

Am 13.9.2017 fand im Quartiers-Bildungszentrum Morgenland die Tagung „Bildung, Sprache, Mündlichkeit. 2. Ratschlag der Bildungslandschaft Gröpelingen“ mit großer Beteiligung der Kitas, Schulen und Stadtteileinrichtungen aus dem Quartier statt. Begleitet wurde sie außerdem von Vertreter*innen aus den Fachressorts und Bürgerschaftsabgeordneten. Zum zweiten Mal kamen die Teams und Kollegien der Bildungslandschaft somit im QBZ Morgenland zusammen, um sich im Verbund weiter zu bilden. Bereits im Oktober 2016 hatten knapp 100 Teilnehmer*innen gemeinsam über die Zukunft der Bildung in Gröpelingen diskutiert.

Bildungssenatorin Dr. Claudia Bogedan eröffnete den Ratschlag. In ihrem Grußwort betonte sie die Notwendig einer über die Bildungsetappen hinweg durchgängig orientierten sprachlichen Bildung: „Die Sozialdaten für Gröpelingen sprechen für sich: 54% der Kinder beziehen SGBII-Leistungen. Die Sprachförderquote ist seit Jahren die höchste in Bremen – und hat sich zudem noch gesteigert. Umso wichtiger ist es, dass wir die Frage der Sprachbildung und –förderung ins Zentrum der Bremer Bildungspolitik rücken. Dieses Versprechen will ich Ihnen heute geben. Es geht darum, Teilhabe zu organisieren und Teilhabe funktioniert über Sprache.“

Anschließend führte Dr. Tobias Ruberg, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bremen, in einem ersten Fachvortrag in die Komplexität von Sprachförderung ein. Dafür stellte er einige Ergebnisse eines Forschungsprojekts zu gezielter alltagsintegrierter Ansätze in einem Bremer Kita-Verbund vor. Martin Ellrodt, Erzähler und Dozent aus Fürth, widmete sich in einem zweiten Vortrag dem Einsatz von Mündlichkeit und narrativen Methoden in der Schule. Erzählen trage nicht nur zur ästhetischen Bildung der Schülerinnen und Schüler bei, sondern könne auch die Schul- und Klassengemeinschaft stärken oder zur Umsetzung des Lehrplans genutzt werden. Darüber hinaus wird das geschichtenerzählen im Bereich Spracherwerb, Sprachförderung und Sprachbildung wirksam und biete gerade für den Umgang mit Mehrsprachigkeit Potentiale.

Hier drin zeigte sich besondere Bedeutung von Mündlichkeit für die Bildungslandschaft Gröpelingen: Der Stadtteil wird stärker denn je von Zuwanderung geprägt. Immer mehr Kinder und Jugendliche in verfügen über keine oder wenige deutsche Sprachkenntnisse und in immer mehr Familien ist nicht Deutsch die Familiensprache. Ulrike Kleinert, Leiterin des Kinder- und Familienzentrums Schwarzer Weg schilderte etwa, dass in ihrer Kita von insgesamt 180 Kindern 13 Deutsch als Erstsprache hätten. Nicht nur Kitas, auch Schulen und Stadtteileinrichtungen stellt dies vor große Herausforderungen.

In einer Arbeitsphase mit sieben Workshops zu unterschiedlichen thematischen Aspekten wurde die theoretische Reflektion später ergänzt durch praktische Methoden.

Das Fazit der Teilnehmer*innen war positiv: „Wir nehmen uns für die Arbeit an unserer Schule vor, den Kindern noch mehr Sprechanlässe zu bieten“, fassten Lehrer einer Grundschule zusammen. Das Team einer Kita resümierte: „Wir haben viele neue Erzählideen bekommen, tolle Geschichten kennengelernt und wie wir sie lebhaft umsetzen können.“ 

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