Die Bildungslandschaft in der Corona-Krise

Kurze Reportage über gute Beispiele

Nach knapp zwei Monaten des Notbetriebs in den Kitas und Schulen öffnen sich die Bildungseinrichtungen langsam und zaghaft wieder für Kinder. Stufenplan, Ausweitung der Notbetreuung, Abiturprüfungen, Termine für den Re-Start. All das wird in der Öffentlichkeit diskutiert. Eine Rückkehr zum Regelbetrieb bis zu den Sommerferien scheint dabei nicht denkbar. Wir haben nachgefragt, was die Gröpelinger Kitas und Schulen mit der Situation umgehen. Einige gute Beispiele möchten wir euch vorstellen.

 

Grundschule Fischerhuder Straße


Der frisch sanierte Spielplatz der Grundschule öffnet am Wochenende nach sechs Wochen Pause wieder die Tore. Am Samstag und Sonntag können Kinder mit einer erwachsenen Begleitperson auch hier wieder rennen, schaukeln, buddeln, Trampolin springen. Bitte haltet euch dabei an die neue „Spielplatzetikette":

  • Trefft euch nicht in Gruppen!
  • Haltet Abstand von 1,50 Metern oder mehr zu anderen!
  • Kommt nicht, wenn der Spielplatz bereits voll ist!
  • Bitte picknickt nicht!
  • Nehmt Rücksicht!

An den anderen Tagen bleibt der Schulhof weiterhin geschlossen, damit die Schüler*innen aus der Notbetreuung hier spielen können. Wir hoffen, dass auch das Quartierscafé Morgenland demnächst wieder anfangen kann.

 

Grundschule Halmerweg
Die Schüler*innen der Grundschule am Halmerweg holen sich jede Woche bei ihren Klassenlehrer*innen Materialpakete mit Aufgaben für zu Hause ab. Für die Übergabe kommen die Lehrer*innen an den Eingang der Pavillons. Eltern und Kinder sind sehr diszipliniert und auch dankbar. „Es werden sehr nette Gespräche geführt, Süßigkeiten und Bilder für die Lehrkräfte abgegeben. Es herrscht eine Stimmung des Zusammenhalts und der Solidarität. Allerdings ist das alles kein Ersatz für die Arbeit mit den Kindern. Sie fehlen uns", beschreibt Schulleiterin Angela Heidrich. Materialabholungen bieten übrigens alle Gröpelinger Grundschulen an! Schulleitungen berichten übereinstimmend über die gute Kommunikation und dass die meisten Familien jede Woche zuverlässig zu den vereinbarten Zeiten vorbeikommen.
Angela Heidrich berichtet von zwei Highlights in der Krise: Sonja Wintersdorf von „Kunterbuntdesign" aus Walle hat für alle 300 Schüler*innen Alltagsmasken genäht und gespendet. Und die nun wieder startenden Viertklässler*innen werden eine Zeitkapsel vergraben, um ihre besondere Zeitzeugen-Erfahrung für spätere Generationen aufzubewahren.

 

Kinderhaus Quirli
Trommeln bauen aus Konserven, Musik machen mit Luftballons, eine Murmelbahn aus Papprollen bauen, Zaubersand aus Puderzucker und Öl herstellen... Das Kinderhaus Quirli in der Ortstraße bietet den Familien täglich eine neue Aktivität für eine „Kita für zu Hause". Jeden Tag wird eine neue Anleitung für eine spannende Aktion auf die Website gestellt. Das Praktische daran ist, dass man sie mit wenigen Materialien umsetzen kann, die man oft zu Hause hat. Jeder Aktion wird in einem kuren Steckbrief und mit Bildern erklärt. Außerdem sind sie Zielen aus dem Bremer Bildungsplan zugeordnet, sodass Eltern erfahren können, worin sich ihr Kind dabei schult.
Parallel rufen die Erzieher*innen aus der Kita die Eltern an und fragen nach, wie es klappt. Dafür wurde ein Gesprächsprotokoll entwickelt. Die Kita bekommt auch Briefe und Mails mit Fotos zurückgeschickt. Auf dem Foto seht ihr die Kinder der Familie Caushaj, die mit dem Zaubersand Kuchen gebacken haben.
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Kinder- und Familienzentrum Halmerweg
Die Gröpelinger KiTas lassen den Kontakt zu den Familien nicht abreißen, auch wenn nur wenige Kinder in der Notbetreuung kommen. Das Kinder- und Familienzentrum Halmerweg schickt allen Kindern Post nach Hause, mit kreativen Aufgaben, einem Bilderrätsel, Buntstiften, Kressesamen zum Aussähen – und lieben Grüßen.
Per Sprachmemo haben die Kolleg*innen Geschichten in deutscher, türkischer und englischer Sprache aufgenommen. Daraus hat eine Mitarbeiterin eine einzigartige KuFZ-Halmerweg-CD zusammengestellt. Diese CD wurde zusammen mit einem Brief von den Kolleg*innen allen Familien persönlich überbracht. Wurde dabei eine Familie angetroffen so fand ein Gespräch „auf dem Treppenabsatz" statt. So können die Familien erzählen, wie es ihnen in der aktuellen Situation geht. Auch die Sozialpädagogin, die im Haus für die Zusammenarbeit mit den Eltern zuständig ist, ist viel unterwegs und führt solche Tür-und-Angel-Gespräche – oder auch vom Gehweg zum Balkon.

 

QBZ Morgenland
Die Grundschule an der Fischerhuder Straße und Kultur Vor Ort hatten für das aktuelle Halbjahr ein spannendes, neues Theater-Projekt geplant. 15 Kinder hatten sich angemeldet, um sechs Monate lang einmal in der Woche zum Theaterspielen ins QBZ Morgenland zu kommen. Das Thema: Mittendrin! Trotz Lockdown wollten die Theaterpädagog*innen das Projekt nicht ausfallen lassen. Sie drehten kleine Videos mit Theaterübungen zum Nachspielen für die Kinder zu Hause, bei denen es um Bewegung, Körperausdruck, Mimik, Gestik und Sprache ging. Die Videos wurden jede Woche digital an die Kinder bzw. die Eltern verschickt. Außerdem erhalten die Kinder kleine Aufträge, etwas zu zeichnen, zu schreiben oder zu malen, was sie in den QBZ-Briefkasten einwerfen können. Die Ergebnisse fließen in das nächste Video ein.
Mittlerweise findet das Theaterprojekt auch wieder in Kleingruppen statt. Diesen Dienstag waren zum ersten Mal vier junge Theaterspielerinnen im QBZ und haben an einem Video für die anderen Kinder mitgewirkt. In der nächsten Woche dürfen dann vier andere Kinder direkt live und analog vor Ort proben – und einen Film an ihre Mitschüler*innen schicken. Die Zeichen stehen gut, dass vor den Sommerferien noch einmal alle zu einer gemeinsamen Aufführung zusammenkommen können.

 

Grundschule an der Oslebshauser Heerstraße

Das Kollegium der Grundschule an der Oslebshauser Heerstraße konnte der Krise durchaus etwas Gutes abgewinnen. Selbstverständlich freuen sich auch dort die Lehrer*innen und Pädagog*innen, dass die Kinder jetzt wieder in die Schule kommen können. Die vielen Wochen davor mit Homeschooling, Materialausgaben, E-Mails und Telefonaten wurden für die Arbeiten auf der großen Baustelle auf dem Schulgelände genutzt. Es entsteht eine neue Turnhalle und ein neues Gebäude für den 4. Jahrgang. Monatelang schien es nicht wirklich voran zu gehen. Dann kam Corona, und die Bagger rollten. Besonders laute Arbeiten, die den Unterricht stören würden, waren ursprünglich für die Sommerferien geplant und konnten jetzt vorgezogen werden. Ein gutes Beispiel, wie Bauplanung im besten Fall gelingt! Wir hoffen, dass es jetzt zügig weitergeht und dass die Neubauten bald eingeweiht werden können.

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